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Saubere Sache. Manchmal. Vor allem seit dem, das Cyclo-Crossen nicht mehr ausschließlich oder überwiegend in den sogenannten Schlechtwetter-Monaten stattfindet und als Trainings- oder Wettkampfersatz herhalten muss. Längst ist der Offroad-Radsport in der Frühlings- und Sommerzeit angekommen, die jetzt nicht nur mehr dem Mountainbiken überlassen wird. Vorwiegend trendy aus den USA importiert, wurde dem Cyclo-Cross auch hierzulande ein enormer Ganzjahres-Schub kredenzt. Im Gravel-Modus läßt sich ebenso gut das Cyclo-Cross Rad aus der Garage holen wie andersherum das frische Gravel-Bike zum Cyclo-Cross Training. Beides zusammen bildet dann eine Zahlenreihe Community, die schlichtweg der selben Leidenschaft frönt. Ein Blick auf den Radsport Veranstaltung-Kalender lohnt: Zahlreiche Gravel-Events und "Rides" lassen fortan keinen Anfang und kein Ende der "Offroad"-Saison mehr vermuten. Im Radsport-Business ist beides mittlerweile an der Ladentheke angekommen und auch schon gut etabliert. Auf Vereins- oder gar Verbandsebene liegen die "Hürden" dazu noch eher hoch. In Hamburg machte die "Sommercross"-Serie im letzten Jahr von sich hören. Aufmerksamkeit erlangten die Veranstaltungen gar im benachbarten Ausland, aus dem sich dann selbst Teilnehmer für einen Start auf den Weg machten. Neben ganz wenigen Straßenrennen, die es in der selbsternannten Active City überhaupt noch gibt, bestand der halbe lokale Radsport-Kalender im Sommer, sowie nahezu komplett jener von Oktober bis Februar, aus Cyclo-Cross Wettbewerben. Kaum erklärbar scheint es dann, dass diese Disziplin im bunten Blumenstrauß Radsport, so wenig Aufmerksamkeit und Förderung zu Teil wird. Mit dem MTB-Sektor "Hand in Hand", ist die Offroad-Sparte sogar olympisch vertreten. Kids und Jugendliche cruisen genau meistens damit zur Schule oder zum Fussballplatz - die erste Stufe, zur nachhaltigen Nachwuchs-Gewinnung im Radsport, nimmt sich als quasi von selbst. 

Da geht doch noch was - nicht viel mehr als das ging mir durch den Kopf, als ich mich mit dem Gedanken vertraut machte, innerhalb des Radsport-Verbandes Hamburg doch noch einmal eine ehrenamtliche Tätigkeit anzupacken. Eben zuzugreifen und nicht sofort wieder loszulassen - von Vorstellungen, Ideen, Plänen, die es gilt, anzusteuern und bestenfalls auch erfolgreich umzusetzen. Anpacken aber auf jeden Fall. Kein Platzhalter sein. Kein Lückenfüller - denn dazu fließt und pulsiert zu viel "Cross-Blut" in meinen Adern. Die Zeit, dieses zu tun ist übersichtlich. Eine Bilanz also relativ flott zu ziehen. Das passt. Das passte zum Beispiel auch schon 2016 und 2017. In diesen Jahren fanden die Landes- und Nordmeisterschaften im Cyclo-Cross auf dem original World-Cup Kurs im niedersächsischen Zeven statt. Als ich damals erstmals von dem gastieren der internationalen Welt-Elite vor der "eigenen Haustür" erfuhr,, war ich von der Idee, dort die von den "Toppers" hinterlassene Cross-Szenerie am Folgetag nochmals für die Amateure- und gar Hobbyfahrer "for free" zu nutzen, beseelt. Ich bin mir sicher, der oder die eine wird sich ebenfalls mit einem sehr breiten Grinsen an diese Tage, inmitten des gespannten "Netzes" zurückerinnern. Für 40 Minuten war man einer wie Wout, Matthieu oder eine wie Sanne.

Andere Verbände haben übrigens genau ein solches Konzept wiederholt erfolgreich übernommen.

Und jetzt? Da geht doch noch was - genau, man muss es eben nur anpacken wollen. 

joerg steffens 31/05/20